--> Schmerz und Krankheit: Hilferufe des Körpers
--> Tipps für einen gesunden Rücken
--> Die Wirbelsäule
--> Die Bandscheiben
--> Schmerzkreislauf des Rückens

--> Wie entsteht eine schlechte Haltung?

--> Meridiane, "fliessende Energien"?

--> Nacken- und Kopfschmerzen

--> Die Knochen

--> Wärme oder Kälte?
--> Ungeliebter Muskelkater
--> Muskelkrämpfe
--> Muskelrisse
--> Orangenhaut
--> Die Achillessehne
--> Der Tennis-Ellenbogen

--> Die Arthrose

--> Der Bandscheibenvorfall

--> Der Hexenschuss
--> Der Ischias-Schmerz

 

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Schmerz und Krankheit - Hilferufe des Körpers

Nutze deine kurze Zeit hier auf Erden nicht dazu, das Leben zu ertragen, sondern trag Sorge zu dir und zu jeder einzelnen Zelle in deinem Körper: im Wissen, dass deine Existenz und jegliches Leben einzigartige Wunderwerke des Universums sind.

Der Schmerz bzw. Beschwerden werden von vielen Menschen als Feind empfunden. Der Körper reagiert jedoch mit Schmerzen, weil etwas nicht in Ordnung ist. Werden diese Signale nicht beachtet und wird weiterhin gegen den Körper gehandelt, werden die negativen Reaktionen verstärkt. Der Schmerz versucht, uns auf unterschiedlichen Wegen wissen zu lassen, dass die betreffende Körperstelle Aufmerksamkeit braucht. Wie beim Auto, wenn ein rotes oder gelbes Lämpchen in der Armatur aufleuchtet: Wir gehen dann meistens sofort zum Garagisten, um zu checken, wo die Ursache für das Problem liegt. Uns selber ignorieren wir häufig und machen weiter wie bisher. Hier ist ein Umdenken notwendig. Der Schmerz ist nicht der Feind, der sich gegen uns stellt. Er ist vielmehr ein guter Freund, der den Betroffenen auf etwas aufmerksam machen will. So gesehen ist ein ganzheitliches Verständnis von Gesundheit auch gleichzeitig der erfolgreiche Weg zu sich selbst. --> top


Tipps für einen gesunden Rücken

1. Wer rastet, der rostet. Bewegen Sie sich so viel wie möglich. Sport muss nicht mit Leiden und Mühsal gleichgesetzt werden. Sport mit Vernunft und der richtigen Technik, richtigem Laufstil usw. und Bewegung, die Spass macht, ist für die Gesundheit viel förderlicher.

2. Halten Sie beim Sitzen den Rücken gerade. Der Blick auf den Computer im Büro ist dann gut, wenn der Blickwinkel weder abfallend noch nach oben gerichtet ist und die Arme bequem auf dem Tisch ruhen, sodass die Schulterblätter bequem nach unten fallen und nicht hochgezogen sind. Schlecht ist ein seitlich aufgebauter Bildschirm, da das ständige Seitwärtsdrehen des Kopfes zu Verspannungen führen kann.

3. Halten Sie Lasten immer so nah wie möglich am Körper und verteilen Sie das Gewicht gleichmässig auf beide Arme. Nehmen Sie lieber zwei kleine Taschen als eine grosse und tragen Sie Taschen, Koffern etc. nicht immer auf derselben Seite. Oder legen Sie sich einen kleinen Trolley zu, wenn Sie dauernd mit schweren Lasten unterwegs sind.

4. Gehen Sie beim Bücken mit geradem Rücken in die Hocke und arbeiten Sie somit stärker mit der Bein- und Bauchmuskulatur. Heben Sie Lasten nicht mit einem Ruck, sondern langsam und in einer fliessenden Bewegung hoch. Stehen Sie dabei gerade und nicht schräg. Scherkräfte sind typische Auslöser für Hexenschuss und Bandscheibenvorfälle. Beim Auto: Ziehen Sie einen schweren Gegenstand zunächst nur bis zur Hinterwand des Kofferraums. Heben Sie ihn erst dann heraus.

5. Wir verbringen sehr viele Stunden unseres Lebens im Schlaf. Achten Sie deshalb auf eine gute Matratze.



Die Wirbelsäule

Die Wirbelsäule ist nicht einfach als starre Röhre gebaut. Vielmehr hat sich die Natur ein raffiniertes System aus einzelnen, in sich beweglichen und doch im Ganzen stabilen Teilen ausgedacht. Die Wirbelsäule bildet eine in sich doppelt s-förmig gekrümmte Linie. So ist sie elastisch: Sprünge, Stösse und andere Erschütterungen werden abgefedert. Die Wirbelsäule lässt sich in sieben Halswirbel, zwölf Brustwirbel und fünf Lendenwirbel unterteilen. Nach unten schliesst sich das sogenannte Kreuzbein an, das aus fünf miteinander verwachsenen Wirbeln besteht und schliesslich das Steissbein, das aus vier verwachsenen Wirbeln besteht. Aufgrund der Schwerkraft nimmt die Belastung der Wirbelkörper von oben nach unten zu. Deshalb sind die unteren Wirbel grösser und kräftiger gebaut. Durch die Löcher der einzelnen Wirbel, dem Spinalkanal, verläuft das Rückenmark. Es ist somit optimal geschützt. Nach hinten ragen aus den Wirbeln die Dornfortsätze heraus. Jener des siebten Halswirbels ist am grössten und lässt sich deshalb am besten ertasten. An den Seiten der Wirbel befinden sich auf beiden Seiten Fortsätze, die mit dem oberen und unteren Wirbel kleine Gelenke bilden, die sogenannten Zwischenwirbelgelenke. Wie die Gelenke anderer Stellen im Körper sind auch die Gelenkflächen der Wirbelsäule ständig Reibungskräften ausgesetzt. Deshalb sind sie mit einer glatten Substanz, dem hyalinen Knorpel, überzogen. Zerstörter Knorpel kann vom Körper nicht repariert werden. Schäden an diesem Gewebe, etwa durch Fehlbelastungen, können somit zu dauerhaften Erkrankungen und Schmerzen führen. --> top


Die Bandscheiben

Zwischen den Wirbeln liegen die Bandscheiben. Sie bestehen aus Knorpelgewebe. In ihrem Innern finden wir einen zähen, gallertartigen Kern, den Nucleus pulposus. Dieses Kissen kann wie ein Schwamm bei Belastung Flüssigkeit abgeben und bei Entlastung wieder aufsaugen. Der Wasserverlust, der mit der Verdünnung der Bandscheiben einhergeht ist übrigens ein Grund dafür, dass Menschen mit zunehmendem Alter etwas kleiner werden. Auch im Laufe des Tages verliert die Bandscheibe aufgrund der Druckbelastung einen Teil ihres Wassergehalts. Nachts kann sich die Bandscheibe dann wieder voll mit Flüssigkeit aufsaugen. Regelmässige Lageänderungen, abwechselnde Bewegungen tagsüber und eine ausreichend lange Nachtruhe sind deshalb wichtig, damit die Bandscheiben regenerieren können. Wer mehrere Stunden am Schreibtisch sitzt, sollte besonders darauf achten, zwischendurch aufzustehen, sich zu lockern und in der Freizeit Sport und einfache Gymnastik zu machen. --> top


Schmerzkreislauf des Rückens

Die Entstehung haltungsbedingter Schmerzen kann man sich als Kreislauf vorstellen. Sind Muskeln verspannt, werden sie nicht mehr optimal mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt: Sie übersäuern und verspannen sich in der Folge noch mehr. Die Nervenfasern des Rückens werden gereizt, der Schmerz verstärkt. Da der Rücken schmerzt, bewegt sich die oder der Betroffene in einer unnatürlichen Schonhaltung, bewegt sich noch weniger und belastet wiederum Muskeln einseitig: Es kommt zu neuen Verspannungen. Allmählich verkleben die Muskelfaszien mit der darüberliegenden Unterhaut-Schicht. Damit schliesst sich der Kreis. Eine Kombination aus Bewegung, körperlicher Fitness und Massage, welche die Muskeln geschmeidig hält, wirkt diesem ungünstigen Prozess entgegen. --> top


Wie entsteht eine schlechte Haltung?

Schlecht entwickelte Muskeln, verkürzte Muskeln und Fehlhaltungen, insbesondere einseitige Fehlhaltungen arbeitsbedingt, sind typische Ursachen für Rückenprobleme. Wichtig für eine gute Körperhaltung ist sowohl eine gut ausgeprägte Rücken- wie auch eine gute Bauchmuskulatur, womit die Wirbelsäule wie in einem natürlichen Korsett gerade gehalten wird. Übergewicht verschärft Probleme. Starke Schmerzen und Verspannungen können zu einer unnatürlichen Schonhaltung führen, welche den Schmerzkreislauf in Gang setzt. Bewegung und Haltungstraining bzw. Haltungsbewusstsein kann zurückbringen, was einige Menschen verloren haben: den Respekt und die Freude am eigenen Körper. Leider nehmen viele Menschen den Körper erst dann wahr, wenn er einmal nicht mehr richtig funktioniert. Der Mensch wurde zur Bewegung geboren: als ein geniales System, das seine Ressourcen optimal einsetzt (Homöostase). Der Organismus leistet sich deshalb den Luxus nicht, Teile des Systems zu "päppeln" oder mitzuschleppen, die offenbar gar nicht gebraucht werden. Die Folge: Degeneration. Auch mit der Massage werden Reize gesetzt und dem Körper Signale gesendet. So regt sie zum Beispiel ein Gelenk an, wieder mehr Synovialflüssigkeit zu produzieren, steigert die Durchblutung oder führt Stoffwechsel-Endprodukte ab. Und wenn sich Bewegung und Erholung erst mal die Waage halten, ist dies der beste Weg zum ganzheitlichen Wohlbefinden: Bewegung, gesunde Ernährung, Mässigung und Ruh schliessen dem Arzt die Türe zu. --> top


Meridiane, "fliessende Energien"?

In der chinesischen Medizin sind die Meridiane, eigentliche Energieleitbahnen, seit der Antike - seit Jahrhunderten - bekannt. Bei der Akupunktur und Akupressur spielt das Wissen um diese unsichtbaren Zonen, die sich über den ganzen Körper ziehen, eine wichtige Rolle. Denn die Punkte befinden sich auf diesen Meridianen. Die Schulmedizin wird sich kaum je auf Erkenntnisse der uralten östlichen Heilkunst stützen. Sie hat in unser westlichen Medizin eine derart andere Basis und stützt sich auf eine völlig andere Sichtweise der vorliegenden Beschwerden, dass eine schulmedizinische Erklärung der Meridianlehre schlichtweg nicht möglich ist. Das ist aber auch nicht nötig. Die Schulmedizin hat ebenso Stärken und Schwächen, wie es mit einer Alternativmethode wiederum nicht möglich ist, ein Herz nach einem Stillstand wieder zum Schlagen zu bringen und mit einer allfälligen Bypass-Operation die Funktion wieder herzustellen. Sehr viel vom alten chinesischen medizinischen Wissensgut ging zudem durch den Lauf der Geschichte verloren: Durch das Bestreben, v.a. gegenüber Amerika ein Land der Moderne zu repräsentieren, hat Mao tse Tung und vor ihm Chiang Kai-shek chinesiche Heiler verfolgt, in Straflager verbannt und wertvolle Schriften und Aufzeichnungen konsequent vernichtet. Die heutige klassische Medizin beruft sich auf Studien, die einen kausalen Zusammenhang zwischen Beschwerde und Therapie aufweisen müssen. Oft haben verschiedene Beschwerden aber ein und dieselbe Ursache. Ein Beispiel: Ein Patient hat Kopf- und Rückenschmerzen, geschwollene Knie, ist eher müde und lustlos. Als Ursache dieser Symptome könnte hier zum Beispiel ein gestörter Energiefluss des Blasenmeridians vorliegen. Er geht durch all diese Problemzonen hindurch! (Siehe Grafik)

Der Deutsche Willy Penzel versuchte die Erkenntnisse der damals - wie oben erwähnt - spärlich vorhandenen Literatur zu nutzen. Da ihm als Masseur die Nadeln verboten waren, entwickelte er daraus eine Massagemethode und es stellte sich bald heraus, dass es nicht der Nadeln bedurfte, um Wirkung zu erzielen. Weiterhin bemerkte er bessere Therapie-Erfolge, wenn er ganze Meridiane behandelte anstatt nur einzelne Punkte. So ist die Akupunktmassage entstanden. Hierbei werden die Meridiane mit einem Metallstäbchen weich ausgestrichen und bei Bedarf reguliert. Klaus Radloff entdeckte dann des Weiteren eine Erflogs-Kontrollmethode für die APM-Behandlung über das Ohr.

Und doch kann die Meridianlehre in der Wissenschaft nicht einfach ins Abseits gestellt werden. Man hat herausgefunden, dass unsere Zellen neben Elektronenverschiebungen auch mittels kleinsten Lichteinheiten kommunizieren. Dr. Voll hat den bemerkenswerten Satz geprägt: "Schmerz und Fehlfunktion ist der Schrei des Gewebes nach fliessender Energie!" Man ist heute technisch in der Lage, die Energieflussbewegungen beziehungsweise Energieblockaden auch optisch zu erkennen. Dies geschieht mit einer wärmesensiblen Infrarot-Kamera, mit der man die Ausbreitung der Biophotonen entlang der Meridiane erkennen kann.

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Nacken- und Kopfschmerzen

Fehlhaltungen während der Arbeit sind oft Grund für Kopf- und Nackenschmerzen. So können beispielsweise stundenlanges Sitzen vor dem Computer und nicht rückengerechtes Sitzen die natürliche Statik der Wirbelsäule stören. Dies kann zu einer Überlastung und Verspannung der Halsmuskeln führen. Sehen Sie zu, dass Sie eine gute Sitzposition einnehmen - siehe auch Abschnitt Tipps für einen gesunden Rücken. Darüber hinaus sollten Sie Ihre Rückenmuskeln und - dies ist häufig noch vordringlicher - die Bauchmuskulatur gleichmässig stärken. --> top


Die Knochen

Knochengewebe wird in unserem Körper permanent auf- und abgebaut. Der Aufbau eines Knochens gleicht einer durchdachten technischen Konstruktion. Der Innenraum ist hohl oder enthält ein Gerüst aus Knochenbälkchen (Spongiosa). Diese liegen dort, wo Druck und Zug am grössten sind. Je nach Belastung reagiert der Knochen und baut nach Bedarf Substanz auf oder ab. Sportliche Betätigung fördert den Knochenaufbau, da das Knochengewebe ähnlich wie die Muskeln eine regelmässige Reizung benötigt, um stärker zu werden. Unbelastete Knochen verlieren an Substanz. Ein extremes Beispiel sind Astronauten, die sich über längere Zeit in Schwerelosigkeit befinden und denen somit die Schwerkraft auf den Körper fehlt. Ihre Knochen büssen in dieser Zeit messbar an Substanz ein. Es ist deshalb in jedem Alter sinnvoll, etwas für seine Knochen zu tun: einerseits mit regelmässiger Bewegung, andererseits mit einer ausgewogenen, calciumreichen Ernährung. --> top


Wärme oder Kälte?

Plötzlich ist er da: der Schmerz im Rücken. Vielleicht haben Sie einen schweren Harass aus dem Auto gehoben oder Sie waren im Garten mit dem Spaten am Arbeiten. In der Therapie wird Wärme vor allem bei lange andauernden Schmerzen, welche keine Entzündung als Ursache haben, angewendet. Eine Nervenreizung wie im Fall eines akuten Hexenschusses geht meistens mit einer Entzündung einher. Der Nerv ragiert dann oft positiv auf Kälte. Ebenso wirkt Kälte bei Schwellungen, Prellungen, Quetschungen, Zerrungen, Blutergüssen und Verstauchungen. Wärme oder Kälte: Hier gilt es immer, aus der Situation heraus zu differenzieren, was im Moment angebracht ist. Für die erste Selbsthilfe: Wenden Sie an, was Ihnen im ersten Moment gut tut. Wichtig bei Kälteanwendungen: Pures Eis in Form von Eiswürfeln nehmen, aber nur gerade 30 Sekunden und nicht länger an der schmerzenden Stelle kreisend anwenden. Danach erst wieder Eis applizieren, wenn der Schmerz erneut auftritt: 30 Sekunden die betroffene Stelle umkreisen und wieder weg. Sonst wird mit einer Hyperämie die gegensätzliche Wirkung erzielt. Bei sehr starken, heftigen Rückenschmerzen, welche stark in die Beine ausstrahlen, ist es angebracht, einen Arzt aufzusuchen. Hier könnte in schwerwiegenden Fällen eine Diskushernie vorliegen. --> top


Ungeliebter Muskelkater

Früher verdächtigte man die Milchsäure für die Entstehung von Muskelkater. Werden Muskeln stark beansprucht, dann schaltet der Stoffwechsel auf die anaerobe Energieversorgung um. Damit wird zwar Energie in Form von ATP bereitgestellt, jedoch nicht in so grossem Ausmass wie bei den aeroben Reaktionen, die nur in Anwesenheit von genügend Sauerstoff ablaufen. Vor allem jedoch häuft sich Milchsäure (Lactat) in grossen Mengen an, die später abgebaut werden muss. Inzwischen kennt man jedoch eine ganze Reihe von Befunden, nach denen auch aerobe Belastungen, bei denen kein Lactat angehäuft wird, Muskelkater auslösen können. Daher ist man heute der Überzeugung, dass der Schmerz beim Muskelkater auf mikroskopisch feine Verletzungen (multiple Muskelfaserrisse) im Gewebe zurückgeht, die zunächst repariert werden müssen. Deshalb kann man nicht viel tun, um sein Abklingen zu fördern. Leichte Bewegung, leichte Massage und Wärme lindern den Schmerz. Eine alte Empfehlung ist jedoch sicher falsch; nämlich stur jene Bewegungen weiter auszuführen, die den Schaden verursacht haben. Gerade das sollte man bei starkem Muskelkater in den ersten Tagen vermeiden.
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Muskelkrämpfe

Der Muskelkrampf wird von einem lokal begrenzten Mangel an Magnesium und Kalzium ausgelöst. Im Bereich eines Gewebes, das ungenügend mit diesen Mineralstoffen versorgt ist, ziehen sich Muskelfasern reflexartig und unwillkürlich zusammen. Wieder beginnt einer jener typischen Teufelskreise, wie sie so oft entstehen, wenn die sorgfältig ausgeklügelten physiologischen Mechanismen durchbrochen werden. Der Krampf behindert die weitere Durchblutung des Gewebes, die Muskelzellen erhalten nicht genug Sauerstoff und Nährstoffe zur Synthese von ATP, dem Brennstoff der Zellen. Damit kommt die Gleitfilamentfunktion der Myofibrillen zum Erliegen: Ohne ATP können sich die Stränge nicht wieder voneinander lösen. Gegen diese schmerzhafte Verspannung hilft nur eines: den Muskel langsam wieder dehnen und massieren. --> top


Muskelrisse

Durch Gewalteinwirkung oder starke Kontraktion kann ein Muskel auch reissen (Muskelruptur). Dadurch bildet sich unter Umständen eine falsche Muskelhernie aus, eine Auswölbung von Teilen des Muskels. Hier hilft dann nur eine Operation. Wird ein Muskel nicht beansprucht oder werden die ihn versorgenden Nerven durchtrennt, kommt es zum Muskelschwund (einfache Atrophie). Solche Atrophien können allerdings auch durch Krankheiten entstehen, von denen ein grosser Teil erblich ist. Dazu gehört beispielsweise die Muskeldystrophie Typ Duchenne. Allgemein versteht man unter Dystrophien Ernährungsmangelzustände, die fliessend in Atrophien, also Organrückbildungen, übergehen können. --> top


Orangenhaut

Orangenhaut entsteht, weil das weibliche Bindegewebe unter der Haut nur locker vernetzt und somit weniger stabil ist. Die Natur hatte dafür schon ihre Gründe: Denn nur so kann sich der Bauch einer schwangeren Frau optimal ausdehnen. Wenn mit dem Alter, ungünstiger Ernährung oder mangelnder Bewegung das Bindegewebe schlaffer wird, die Fettschicht der Haut hingegen dicker, können sich die Fettpölsterchen, die zudem noch Wasser binden, durchdrücken. Das Ergebnis: Orangenhaut. --> top


Die Achillessehne

Besonders bei Ballspielen und in der Leichtathletik ist die Achillessehne (Tendo calcaneus) verletzungsgefährdet. Schon beim Joggen muss sie Kräfte aushalten, die dem doppelten Körpergewicht entsprechen. Ein ganz wesentlicher Teil unserer Sprungkraft stammt von dieser Sehne, die am Fersenhöcker (Tuber calcanei) des Fersenbeins ansetzt. Sie ist die gemeinsame Endsehne zweier grosser Wadenmuskeln, des Schollenmuskels (Musculus soleus) und des zweiköpfigen Wadenmuskels (Musculus gastrocnemius). Sie bilden gemeinsam die oberflächliche Wadenmuskulatur. Bei der Muskelkontraktion wird stets auch die Sehne ein wenig gestreckt, um sich dann wieder zusammenzuziehen. Sie hat also einen wesentlichen Anteil an der Sprungkraft des Fusses. Ausserdem muss sie auch einen Teil der Belastung aufnehmen, die bei Bewegung auf den Fuss wirkt. Temperaturmessungen an den langen Beinsehnen von Pferden zeigen, dass die Sehnen jedoch nicht perfekt wie Federn arbeiten. Ein Teil der einwirkenden Energie wird in Wärme umgesetzt. Lässt man die Tiere auf einem Laufband mit zehn Metern pro Sekunde laufen, so steigt die Sehnentemperatur um immerhin sechs Grad Celsius. Die Achillessehne kann schon einmal nachgeben. Ein Riss verrät sich durch heftige Schmerzen und ein charakteristisches, lautes Geräusch. Über der Ferse wird ausserdem eine Mulde sichtbar. Die Wadenmuskulatur schwillt an, und Blutungen können auftreten. Damit fällt die Wadenmuskulatur aus, die Senkung der Fussspitze ist nicht mehr möglich. Ganz gleich ob die Sehne ganz oder nur teilweise durchtrennt ist: vor der Heilung steht eine Operation, um den Riss zu vernähen. Danach sind Schonung und schliesslich vorsichtige Wiederbelastung bei krankengymnastischen Übungen angesagt. --> top


Der Tennis-Ellenbogen

Der Tennis-Ellenbogen ist eine klassische Verletzung des Sehnenübergangs. Er entsteht, wenn die den Unterarm streckenden Muskeln dauerhaft verkürzt sind und dadurch den Sehnenansatz unter Dauerstress setzen. Die Sehne kann nicht regenerieren, wird verletzungsanfällig und schmerzt. Sehnen halten Kräfte bis zu 1000 Kilogramm pro Kubikzentimeter aus und sind stabiler als Stahlseile. Die Behandlung des Tennis-Ellenbogens besteht insbesondere in der Vermeidung der auslösenden Tätigkeit. Wenn die Entzündung noch nicht stark fortgeschritten ist, hilft die Triggerpunkt-Behandlung und Dehnung des Unterarms.. --> top


Die Arthrose

Gelenke, Bänder, Knochen und Knorpelgewebe wie jenes der Bandscheiben altern. Bei der Arthrose kommt es zu Knorpelschäden. Dadurch entzündet sich das entsprechende Gelenk. Der Knorpel verliert seine Elastizität, wird spröde, splittert auf und geht schliesslich kaputt. Sodann wird der Knochen in Mitleidenschaft gezogen, was zu starken Schmerzen führt. Die Erkrankung ist häufig. Sie tritt im höheren Lebensalter bei fast allen Menschen zumindest in leichter Form auf. Oft ist schwere körperliche Arbeit ohne entsprechende Entspannungs-Auszeiten oder im Gegenteil Bewegungsarmut der Grund einer chronischen Überbeanspruchung bzw. Unterversorgung der Gelenke.
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Der Bandscheibenvorfall

Der Gallertkern (Nucleus pulposus) drückt bei Belastungen immer wieder gegen seine faserige Knorpelbegrenzung. Durch Fehlhaltungen, Überbeanspruchung und muskulärer Disbalance nutzt sich dieser Faserring ab, es bilden sich kleinste Risse und irgendwann ist es soweit: Bei einer grösseren Belastung hält er dem Innendruck nicht mehr stand. Die Bandscheibe wölbt sich vor und drückt nun gegen den Nerv. Hier spricht man von einer Protrusio. Bricht der Gallertkern durch die Bandscheibe hindurch und dringt dessen Flüssigkeit ins umliegende Nervengewebe spricht man vom Prolaps. Da die Abnutzung schleichend und unbemerkt vorangeht, haben manche, die einen Bandscheibenvorfall erleiden, vorher noch nie unter Rückenbeschwerden gelitten. --> top


Der Hexenschuss, Lumbago

Der Hexenschuss ist nicht nur eine Folge der Degeneration. Er kann auch bei akuten Überbelastungen des Rückens auftreten. Eigentlich ist die Lumbago ein Schutzeffekt des Körpers: Er spannt kurzfristig die Muskulatur so stark an, damit sich das überlebenswichtige Gefüge der Wirbelsäule mit all den Wirbeln und austretenden Spinalnerven nicht verdreht, gebrochen oder verletzt wird. Als Ursache sind auch akute Blockierungen aufgrund von Wirbelverschiebungen oder Blockierungen der Ileosakralgelenke (Übergangsgelenk zwischen Beckenknochen und der Wirbelsäule), Reizerscheinungen der Zwischenwirbelgelenke und Einengung des Wirbelkanals möglich. Ganz gleich, was den Schmerz ausgelöst hat. Der Körper reagiert immer gleich: Im betroffenen Gebiet spannt er alle Muskeln an, um den Rücken zu schützen. Diese Verspannungen machen den eigentlichen Schmerz aus. --> top


Der Ischias-Schmerz, Ischialgie

Der Ischias-Schmerz ist ein ziehender, zum Teil pochender Schmerz. Er entsteht durch Druck auf die Nervenwurzel. Häufig wird dieser Druck durch vorgewölbtes Bandscheibengewebe ausgelöst. In 90 Prozent aller Fälle sind die beiden unteren Lendenwirbel betroffen. Je nach Ort der Nervenschädigung kommt es zu unterschiedlichen Beschwerden. Der Schmerz kann sich auf den Bereich des betroffenen Wirbels beschränken, aber auch über das Gesäss in das Bein bis zu den Zehen ausstrahlen. Manchmal ist der Schmerz elektrisierend und kann wie ein Stromschlag in den Fuss einschiessen. Auch Taubheitsgefühle können auftreten. --> top